Welche Arten von Fillern gibt es ?

In der modernen ästhetischen Medizin gibt es verschiedene Arten von Fillern, die sich in ihrer Zusammensetzung, Festigkeit und Anwendung unterscheiden. Obwohl im Alltag häufig einfach von „Fillern“ gesprochen wird, handelt es sich tatsächlich um unterschiedliche Produkte und Behandlungskonzepte.

 

Am häufigsten werden heute Hyaluronsäure-Filler verwendet. Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz, die sehr gut verträglich ist und vom Körper im Laufe der Zeit wieder natürlich abgebaut wird.

 

Je nach Struktur der Hyaluronsäure und je nach Behandlungsziel unterscheidet man mehrere Kategorien von Fillern.

Bildunterschrift: Schematische Darstellung der verschiedenen Hautschichten im Gesicht und der unterschiedlichen Injektionsebenen von Hyaluronsäure-Fillern.

1. Oberflächliche Hyaluronsäure-Filler

Diese Filler sind relativ weich und fein vernetzt. Sie werden in oberflächlichere Hautschichten injiziert und eignen sich besonders für:

  • feine Fältchen
  • Lippenbehandlungen
  • leichte Hautverbesserungen
  • oberflächliche Falten

Da diese Hyaluronsäuren stärker Wasser binden können, wirken sie häufig auch hautverbessernd und hydratisierend.

2. Struktur- oder Volumen-Filler

Struktur-Filler sind stärker vernetzt und stabiler. Sie werden in deutlich tieferen Gewebeschichten injiziert – häufig bis auf den Knochen (Periost).

 

Diese Filler dienen nicht in erster Linie dazu, eine einzelne Falte zu füllen, sondern dazu, die Gesichtsstruktur wieder aufzubauen.

 

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Jochbogenaufbau
  • Kinnkontur
  • Jawline (Kieferlinie)
  • Mittelgesicht (Midface-Lifting)
  • Volumenverlust der Wangen

Diese Art der Behandlung wird häufig auch als strukturierende oder dreidimensionale Gesichtsbehandlungbezeichnet.

3. Hybrid-Filler

Hybrid-Filler sind eine neuere Entwicklung in der ästhetischen Medizin. Sie kombinieren Hyaluronsäure mit weiteren regenerativen Komponenten, beispielsweise Calcium-basierte Bestandteile.

 

Diese Filler werden meist flächiger in mittleren Hautschichten injiziert und haben eine etwas andere Zielsetzung.

 

Neben einem leichten Volumeneffekt steht hier vor allem im Vordergrund:

  • Verbesserung der Hautstruktur
  • Anregung von Kollagenbildung
  • Hautregeneration
  • Verbesserung der Hautqualität

Hybrid-Filler wirken deshalb häufig weniger wie ein klassischer „Volumenfüller“, sondern eher wie eine biologische Hautverjüngung.

Unterschiedliche Eigenschaften von Hyaluronsäure

Die verschiedenen Filler unterscheiden sich vor allem durch den sogenannten Vernetzungsgrad der Hyaluronsäure.

 

Je stärker die Hyaluronsäure vernetzt ist:

  • desto stabiler ist das Gel
  • desto länger bleibt es im Gewebe
  • desto besser eignet es sich für Volumenaufbau

Je weicher ein Filler ist:

  • desto besser eignet er sich für feine Hautstrukturen
  • desto natürlicher wirkt er in empfindlichen Bereichen wie den Lippen

Erfahrene Ärzte wählen deshalb für jede Gesichtsregion und jedes Behandlungsziel unterschiedliche Hyaluronsäuren mit unterschiedlichen Eigenschaften aus.

 

Eine moderne Filler-Behandlung besteht daher häufig aus einer Kombination verschiedener Filler, die gezielt in unterschiedlichen Gewebeschichten eingesetzt werden.