Wann ist eine Faltenunterspritzung sinnvoll und wann eher eine strukturelle Volumenbehandlung ?

In der ästhetischen Medizin gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Behandlungsansätze mit Hyaluronsäure-Fillern:

  • die klassische Faltenunterspritzung
  • die strukturelle Volumenbehandlung

Welche Methode sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie und warum eine Falte entstanden ist.

 

Klassische Faltenunterspritzung

Bei der klassischen Faltenunterspritzung wird der Filler direkt in oder unter eine Falte injiziert. Ziel ist es, die Falte von unten zu unterstützen und dadurch zu glätten.

 

Diese Methode eignet sich besonders bei:

  • einzelnen statischen Falten
  • oberflächlichen Hautlinien
  • feinen Fältchen im Gesicht
  • Lippenfältchen
  • kleineren Nasolabialfalten

Der Effekt entsteht dabei direkt an der behandelten Stelle. Die Falte wird sozusagen von innen leicht angehoben und geglättet.

 

Diese Methode war über viele Jahre die häufigste Form der Filler-Behandlung.

Strukturelle Volumenbehandlung

In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass viele Falten nicht nur durch Hautalterung entstehen, sondern vor allem durch Volumenverlust in tieferen Gesichtsstrukturen.

 

Mit zunehmendem Alter verändern sich mehrere anatomische Strukturen gleichzeitig:

  • Fettkompartimente im Gesicht verlieren Volumen
  • Knochenstrukturen verändern sich minimal
  • Bindegewebe verliert Stabilität
  • Gewebe sinkt leicht nach unten

Dadurch entstehen typische Alterungszeichen wie:

  • eingefallene Wangen
  • tiefere Nasolabialfalten
  • weniger definierte Kieferlinie
  • Volumenverlust im Mittelgesicht

In diesen Fällen ist es oft nicht sinnvoll, nur die Falte selbst zu unterspritzen. Stattdessen wird das fehlende Volumen in tieferen Gewebeschichten wieder aufgebaut.

 

Dazu werden stabilere Hyaluronsäure-Filler häufig:

  • im Mittelgesicht
  • am Jochbogen
  • im Kinnbereich
  • entlang der Jawline

injiziert.

 

Durch diesen Volumenaufbau kann sich das Gewebe leicht anheben, wodurch sich viele Falten indirekt verbessern oder sogar ganz verschwinden.

Das moderne Behandlungskonzept

Moderne Filler-Behandlungen betrachten das Gesicht daher nicht nur zweidimensional, sondern als dreidimensionale Struktur.

 

Anstatt nur eine einzelne Falte zu behandeln, wird zunächst analysiert:

  • Wo ist Volumen verloren gegangen?
  • Welche Strukturen haben sich verändert?
  • Welche Bereiche beeinflussen das Gesamtbild des Gesichts?

Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob:

  • eine direkte Faltenbehandlung sinnvoll ist
    oder
  • eine strukturelle Volumenbehandlung das bessere Ergebnis liefert.

Häufig wird auch eine Kombination beider Methoden eingesetzt.

Warum Erfahrung besonders wichtig ist

Eine der häufigsten Ursachen für unnatürliche Ergebnisse bei Filler-Behandlungen ist die Behandlung einzelner Falten ohne Berücksichtigung der gesamten Gesichtsstruktur.

 

Wird beispielsweise nur eine Nasolabialfalte stark aufgefüllt, kann dies zu einem unnatürlich wirkenden oder aufgedunsenen Erscheinungsbild führen.

 

Ein erfahrener Arzt analysiert deshalb immer zuerst die Gesamtstruktur des Gesichts, bevor entschieden wird, welche Behandlungstechnik sinnvoll ist.